Ich liebe kleine Kiezspaziergänge ohne Ziel durch die Stadt, meine HD 25 mit Musik auf den Ohren und Berliner Luft in der Lunge. Ein solcher Spaziergang stand auch heute am Beginn meiner Exkursion, allerdings hatte dieser Ausflug ein konkretes Ziel.

In der „Halle am Berghain“ gastiert momentan eine Kunstausstellung zu Ehren dieses ehrwürdigen Clubs mit Exponaten, die mit der Geschichte, dem Geist und den Machern eng verbunden sind.

Allein die Örtlichkeit an sich wären mir den Eintritt in Höhe von 5€ schon wert gewesen. Ich finde die Architektur einfach atemberaubend und erinnere mich auch noch sehr lebhaft an mein erstes Mal im Berghain. Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich an den Moment denke, als ich vor 7 Jahren zum ersten Mal die Stahltreppen emporstieg und die Tanzfläche in diesem surrenden Raum vor mir erschien. Mehr als 10 Meter hohe Decken, rauer Stahlbeton und ausgefeilte, minimalistische Beleuchtung üben (gepaart mit dem Soundsystem sowie den Legenden und Mythen dieser Räume) auch heute noch eine ungebrochene Faszination auf die Besucher aus.

Dass man im Berghain selbst weder Foto- noch Ton- oder Videoaufnahmen machen darf gehört hier seit eh und je zur Clubetikette und wurde auch auf die Ausstellung in der Halle am Berghain übertragen. Von daher gibt es hier auch nur einige wenige Aufnahmen vom Eingangsbereich vor der eigentlichen Ausstellung.

Ist man erstmal an der Kasse vorbei, betritt man eine Welt, die der des Berghain nicht unähnlich ist: Dunkel, roh, mystisch, sphärisch und absolut beeindruckend liegt eine Halle vor dem Besucher, der sich zuerst entscheiden muss, ob er erst das Erdgeschoss erkundet, oder direkt dem Drang nachgeht, der Stahltreppe ins Obergeschoss zu folgen. Düstere Klänge einer Videoinstallation begleiten mich auf dem Weg nach oben, wo einige Fotografien und Installationen erwarten. Einige Ausstellungsstücke ziehen mich fast hypnotisch in ihren Bann und laden zum Beobachten ein, andere erschließen sich erst durch die Lektüre des Flyers, den man am Eingang ausgehändigt bekommt.

Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall, man bekommt hier nicht nur moderne Kunst, sondern auch ein wenig Berghain-Atmosphäre ohne langes Anstehen geboten.

Wenn das Wetter mitspielt bietet sich im Anschluss auch noch ein Besuch im Bierhof Rüdersdorf an, um das Gesehene sacken zu lassen, bei einem Kaltgetränk den Tag ausklingen zu lassen, oder die Nacht in einem passenden Ambiente einzuläuten.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 31.August und hat täglich (außer montags) von 16 bis 23 geöffnet.

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